SPI - Der Ökologische Fußabdruck

Grundkonzept des SPI, Quelle: TU Graz

Der ökologische Fußabdruck ist ein Maß dafür, wie stark menschliches Handeln die Natur verändert und belastet. Je mehr Rohstoffe verbraucht und je mehr Schadstoffe produziert werden, desto größer ist der ökologische Druck.

Nachhaltigkeit ist per Definition nur auf Basis erneuerbarer Ressourcen möglich. Alle erneuerbaren Ressourcen hängen von der Sonneneinstrahlung als natürliche „Einkommensquelle“ ab. Für die Umwandlung von Sonneneinstrahlung in Produkte und Dienstleistungen ist immer eine bestimmte Fläche notwendig. Da die Erdoberfläche aber begrenzt ist, ist folglich auch der mögliche Flächenverbrauch limitiert. Daher ist „Fläche“ die Berechnungseinheit für das Konzept des ökologischen Fußabdrucks.

Es gibt verschiedene Arten von ökologischen Fußabdrücken, die das menschliche Verhalten in unterschiedlichem Ausmaß berücksichtigen und unterschiedliche Bezüge zur Natur herstellen. Eine mögliche Berechnungsart stellt der Sustainable Process Index (SPI) dar. Bei dieser Methode werden alle Stoff- und Energieflüsse, die für ein Produkt oder eine Dienstleistung notwendig sind, in Flächen umgerechnet.

Die Umrechnung dieser Stoff- und Energieflüsse geschieht nach zwei Prinzipien:

1. Menschliche Materialflüsse dürfen globale Stoffkreisläufe nicht verändern. Dieses Prinzip bezieht sich auf Kreisläufe, wie z. B. den Kohlenstoffkreislauf und bedeutet, dass nicht mehr fossiler Kohlenstoff (aus Kohle, Erdöl, Erdgas etc.) in Umlauf gebracht werden darf als die Meere wieder aufnehmen und sedimentieren können. Wenn mehr in Umlauf gebracht wird (was bei Weitem der Fall ist), wird eine größere Fläche benötigt.

2. Menschliche Materialflüsse dürfen die Qualität der lokalen Umwelt nicht verändern. Das bedeutet, dass Schadstoffeinträge in den Boden, in die Luft und ins Wasser die Aufnahmefähigkeit der lokalen Umwelt nicht überschreiten dürfen. Wenn mehr eingebracht wird, braucht es wiederum eine größere Fläche, um die natürliche Aufnahmefähigkeit nicht zu überschreiten.

Die Gesamtfläche des Fußabdrucks setzt sich aus folgenden Teilflächen zusammen:

  • direkter Flächenverbrauch für Infrastruktur
  • Flächenverbrauch für nicht erneuerbare Ressourcen
  • Flächenverbrauch für erneuerbare Ressourcen
  • Flächenverbrauch für die Aufnahme von fossilem Kohlenstoff
  • Flächenverbrauch für die Aufnahme von Emissionen im Wasser
  • Flächenverbrauch für die Aufnahme von Emissionen im Boden
  • Flächenverbrauch für die Aufnahme von Emissionen in der Luft

Je geringer der ökologische Fußabdruck, desto besser für die Umwelt. Zur Berechnung findet der Sustainable Process Index (SPI) aktuell im Online-Tool SPIonWeb Verwendung. Mit diesem ist es möglich ganze Lebenszyklen in Form von Prozessketten zusammenzustellen, welche mit geringem Aufwand immer wieder aktualisiert und verbessert werden können. SPIonWeb ist unter http://spionweb.tugraz.at/ frei verfügbar.

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